In dieser Woche hat Nils Warkentin auf Karrierebibel einen schönen Post über Start Ups als Arbeitgeber veröffentlicht. Die Thesen kamen mir sehr bekannt vor, schließlich habe ich mich fünf Jahre lang mit der Personalauswahl in IT-Start Ups beschäftigt.

Es ist sehr erfreulich, zu sehen, dass meine Forschungsergebnisse, die ich vor knapp zehn Jahren erhoben habe, heute immer noch in der Praxis Gültigkeit haben.

Nils stellt fünf zentrale Thesen zur Arbeit in StartUps auf:

  1. Die Persönlichkeit des Bewerbers steht im Vordergrund
  2. Der Bewerbungsprozess ist kurz
  3. Das Aufgabengebiet ist breit gefächert
  4. Selbstständigkeit wird vorausgesetzt
  5. Die Arbeit wird hart

Auf ähnlichen Überlegungen aufbauend, die besonders Thesen 1, 3 und 4 berücksichtigen,  habe ich damals untersucht, welchen Einfluss der Person-Organization Fit, also die Übereinstimmung des Bewerbers mit den Charakteristika  der Organisation, auf die Entscheidung des Unternehmens für einen Bewerber hat. Mit einer Conjoint Analyse konnten wir eine Einsicht in das Entscheidungsverhalten von Personalern aus IT-Unternehmen unterschiedlichen Alters und Größe gewinnen.

In der Tat nimmt der Einfluss des Person-Organization Fit mit zunehmendem Unternehmensalter ab. Gleichzeit nimmt die Bedeutung des Person-Job Fit – also der Passung auf einen ganz spezifischen Job – mit steigendem Alter zu.

Je jünger und dynamischer das Unternehmen ist, desto mehr achtet es bei einem Bewerber also darauf, dass er oder sie genau zu dieser jungen und dynamischen Kultur passt. Und der Bewerber tut gut daran, sich genau diese Frage vorher selbst zu stellen.

Eine andere spannende Erkenntnis war übrigens, dass die Personaler der Fachkompetenz des Bewerbers bei der tatsächlichen Entscheidung, die wir im Experiment beobachten konnten, ein deutlich höheres Gewicht gaben, als sie selbst vermutet haben. Bei der direkten Befragung haben Sie angegeben, dass sie die Sozialkompetenz stärker gewichten. Ob sie da vielleicht die Antwort gegeben haben, von der sie glaubten, dass wir sie hören wollen?

Wer die ganze Arbeit lesen möchte, findet sie übrigens hier oder eine kürzere Fassung in einer gut sortierten Bibliothek:

  • Knyphausen-Aufseß, D. z. & Vormann, C. (2009), Personnel selection criteria in IT ventures: A policy-capturing analysis, Zeitschrift für Betriebswirtschaft. Vol. 79 p. 213-234

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